Verbindlich

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Feuer

I.

 

Ob er auf wächserner kerze

Nächtens erebische schwärze

Mit bleichem glinstern erst schmückt

 

Oder als hohes polarlicht,

Spender smaragdener klarsicht,

Nordher im finstern verzückt:

 

Tausende sind der gestalten

Weniger weit der gewalten

Denen der schimmer sich fügt:

 

Frei dem Vesuv einst entflossen

In idokrase geschlossen:

Schein der noch immer nicht trügt.

 

 

II.

 

Zwischen ersprießlichen feuern

Zwischen geburt und erneuern

Hütet der phönix sein nest.

 

Zwischen zwei lodernden bränden

Zwischen seraphischen wänden

Trotzte Papst Clemens der pest.

 

Rings über züngelnden lohen

Wandelte Nero auf hohen

Zinnen noch singend durch Rom.

 

Einzig aus funkelnden pfeilern

Droben sacht dunkelnden meilern

Schuf weiland Speer seinen dom.

 

 

III.

 

Glaubt man den klagen des psalters

Traut man den sagen von alters

Gehn wir zu dünsten und staub.

 

Auch die im sengendsten sieden

Selbstlos ihr eisen noch schmieden

Fallen den brünsten zum raub.

 

Wohl ließen meerwärts sich pflastern

Weisen von lichten pilastern

Moses und Aron den weg.

 

Jene die eines nur kennen:

Branden nicht, immerzu brennen,

Winkt zuletzt Charon zum steg.

 

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